Reisebericht Kanada 2012

Westkanada mit Bären- und Gletscherbeobachtungen in Alaska

18-tägige Rundreise in WESTKANADA vom 22.08. – 08.09.2012

Auf dieser exklusiv für die Reisefreunde Hohenlimburg organisierten, 18-tägigen Rundreise sind wir mit Bus und Schiff unterwegs gewesen…, durch traumhafte Weiten mit unberührten Naturlandschaften. Nördlichster Punkt dieser faszinierenden Reise war das Südende Alaskas. Hier erwartete uns einer der Höhepunkte dieser Reise, eine Gletscher- und Bärenbeobachtungstour. Im weiteren Verlauf unternahmen wir eine ganztägige Fährkreuzfahrt durch die Inside Passage nach Vancouver Island. Und zum „großen Finale“ brachte uns ein Wasserflugzeug von Vancouver Island, hinweg über die fantastische Inselwelt der Inside Passage, nach Vancouver. Wir landeten direkt am Canada Place! Es war eine Traumreise…, nicht zuletzt weil auch „Petrus“ es erneut sehr gut mit uns meinte. Lediglich in Alaska muss er wohl anfangs nicht ganz „bei der Sache“ gewesen sein. Dort ließ er uns etwas zappeln. Doch schließlich klappte es dann am viert höchsten Gletscher Nordamerikas noch mit der freien Sicht auf den berühmten Salmon-Gletscher.

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Reiseinformationen:

Flugdauer:

Frankfurt – Calgary ca. 9:30 Stunden nonstop

Vancouver – Frankfurt ca. 12:30 Stunden, inkl. Umstieg in Calgary.

Fahrtstrecke in Kanada (Bus):

ca. 2.800 km

Zeitzone:

1. Teil der Reise (Calgary, Banff & Jasper): Mountain Standard Time, -8 Stunden im Vergleich zur deutschen Zeit

2. Teil der Reise (Victoria & Vancouver): Pacific Standard Time, -9 Stunden im Vergleich zur deutschen Zeit

Temperaturen:

Tagsüber ca. 15-25°C, abends und nachts ca. 5-15°C

Reiseverlauf:

22.08.   Hohenlimburg – Frankfurt – Calgary – Canmore

Am 22. August ging es los, mit 47 Reisefreunden…:

Um 06.30 trafen wir uns am Bahnhof Hohenlimburg zur Fahrt mit einem Bus von Hausemann & Mager zum Flughafen Frankfurt. Um 13.30 Uhr hoben wir ab mit Air Canada (AC 845) zum Flug nach Calgary. Ankunft dort war um 15.15 Uhr (Ortszeit). Wir wurden begrüßt von „Al“ (Alfred), einem Deutsch-Kanadier aus Calgary. Er lebt dort mit seiner Familie, nur 90 Autominuten von den schönsten und höchsten Bergen Nord-Amerikas entfernt, den Rocky-Mountains. Der höchste Berg ist der Mount McKinley in Alaska mit 6194 m, gefolgt vom Mount Logan in Kanada mit 5959 m.

Kanada…, ein Land 28 x so groß wie Deutschland…, ein Land mit unvorstellbaren Ausmaßen, knapp 10 Mill. Km/2. Damit ist Kanada nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Kanada hat jedoch nur ca. 32 Mill. Einwohner…, also noch nicht einmal zweimal so viel wie unser Bundesland NRW.

In Kanada misst man die Höhe in foot bzw. feet.  /  1 foot = 35 cm.                                           In Kanada sind die Güterzüge zum Teil über 3 Km lang (!)…., und in Kanada gibt es zum Frühstück Bratkartoffeln (!)…, oftmals ziemlich „cross“, wie wir selbst erleben durften. Ergo..: In Kanada ist vieles anders als bei uns…

Wir beginnen unser Kanada-Abenteuer also in Calgary, in der drittgrößten Stadt Kanadas mit seinen ca. 1.1 Mill. Einwohnern. Calgary liegt im Süden von Alberta in der Prärie und ist die größte Stadt dieser Provinz vor Edmonton, das sich ca. 300 km nördlich befindet. Damit ist sie gleichzeitig die größte Stadt zwischen Vancouver im Westen am Pazifik und Toronto im Osten an den Großen Seen. Etwa 80 Kilometer westlich erstrecken sich die Rocky Mountains. Vom Zusammenfluss von Bow River und Elbow River breitet sich die Stadt gleichmäßig in alle Richtungen aus.  Die Sommer in Calgary sind warm, die Winter können dagegen sehr kalt sein, so dass die Temperatur über eine längere Zeit den Gefrierpunkt nicht übersteigt. Diese Kältephase kann plötzlich durch eine Warmphase mit Temperaturen von fast 20 °C abgelöst werden. Das wird durch den Chinook verursacht, einen warmen föhnartigen Wind, der von den Rocky Mountains auf Calgary herunterweht. Dagegen ist es ebenso möglich, dass bereits Anfang Oktober Schneestürme hereinbrechen.

Bevor die ersten Europäer die Gegend um Calgary besiedelten, war dieses Gebiet die Heimat der Blackfoot. Ihre Spuren lassen sich dort mindestens 11.000 Jahre zurückverfolgen. Der erste Europäer, der hier den Bow River erreichte, war der Kartograph David Thompson im Jahr 1787. Die ersten Siedler ließen sich in den frühen 1860er Jahren nieder, meist um Jagd auf Bisons zu machen. Im Jahr 1875 wurde ein Polizeiposten der Royal Canadian Mounted Police eingerichtet, der zunächst Fort Brisebois genannt wurde. 1876 erfolgte die Umbenennung in Fort Calgary. Im Jahr 1883 erreichte die Canadian Pacific Railway die Siedlung. Die Siedler, die jetzt schnell von der Ostküste mit der Eisenbahn hierher gelangen konnten, bekamen Land geschenkt und die Bevölkerungszahl stieg rapide an. Gleichzeitig suchten die Viehzüchter aus den südlich gelegenen USA neues Weideland für ihre Rinder und trieben die Herden immer nördlicher bis in die Prärie von Alberta, das damals noch nicht zu Kanada gehörte. Calgary wurde ein Zentrum der Rinderzucht und der Cowboys. Die Tradition lebt noch heute im Calgary Stampede fort. Die Stadtgründung wurde offiziell 1884 vollzogen.

Ende der 1940er Jahre wurden in Alberta riesige Ölvorkommen gefunden und Calgary wandelte sich von einer durch Viehzucht geprägten Stadt zu einer Wirtschaftsmetropole. Aus den Rinderbaronen wurden Ölbarone. Die Ölkrise von 1973 beschleunigte die Entwicklung, so dass in den 1970er Jahren 450 Ölfirmen ihre Zentralen in Calgary hatten und die Arbeitsplätze in Calgary zu 70 % vom Öl abhingen. Durch den Fall der Ölpreise Anfang der 1980er Jahre geriet die Stadt in eine schwere Krise, von der sie sich erst Ende des Jahrzehnts langsam erholen konnte. Zur Erholung trugen u. a. die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 1988 und die Verbreiterung der wirtschaftlichen und kulturellen Basis bei. Seitdem wachsen die Wirtschaft, die Bevölkerung und der Tourismus ständig.             Fortsetzung folgt….